Liebe Kolleginnen und Kollegen,


fortelnydie 6. Salzburger Hernientage fanden heuer wieder traditioneller Weise am Beginn der Adventzeit statt. Die beiden Hauptthemen: „Aktuelle Therapiekonzepte von komplexen Narbenhernien - Botox and more“ und „Chronischer Schmerz – unvermeidbarer Kollateralschaden in der Hernienchirurgie?“ versprachen interessante Vorträge und interaktive Diskussionen.

Im ersten Themenblock wurden sämtliche Aspekte rund um das heiße Topic „Komplexe Hernien“ von internationalen Hernienexperten präsentiert und auch intensiv diskutiert. Ein TED-Voting gab interessante Einblicke in den dzt. gebräuchlichen präoperative Abklärungen, Konditionierungen und auch operative Techniken.

Im zweiten Teil dieser Thematik wurde die Anwendung von Botulinum Toxin A als neue „Wunderwaffe“ mit kritischen Beiträgen und durchaus vielversprechenden klinischen Ergebnissen beleuchtet. Gibt es bis dato noch kein standardisiertes Protokoll für die BTA-Applikation, so konnten im Anschluss die traditionellenTechniken der Komponentenseparation, wie die der TAR und eACS, in der aktuell praktizierten Version gezeigt werden. Die folgenden Referate gaben einen Einblick in die Möglichkeiten Roboter  assistierter Versorgungen komplexer Hernien, wie auch in die Verwendung von absorbierbaren Netzen und schließlich in plastisch rekonstruktive Ansätze in dieser speziellen Thematik.

Als beeindruckender Abschluss des ersten Tages wurde eine überragende Key lecture vom international reputierten Hernienexperten David Chen zum Thema Schmerz in der Hernienchirurgie gehalten. Als Überraschung, dem Anlass des Krampusfestes entsprechend, trat eine original Salzburger Krampusgruppe mit eindrucksvollen Masken auf und bildete den perfekten Übergang zum anschließenden gemütlichen get together Dinner.

Der zweite Tag wurde mit einer live-like Videositzung eröffnet. Mit sehr instruktiven Videos der einzelnen innovativen Techniken, wie eACS, TAR, eMILOS, TARUP, eTEP, PSH- und hiataler Netzversorgung war eine vielfältige Darstellung praxisnaher operativer Schritte in kondensierter Form möglich und wurde seitens des Auditoriums überaus positiv bewertet. Schließlich wurde der chronische Schmerz in der Hernienchirurgie als zweites Hauptthema mit Beiträgen in Hinsicht auf anatomische Basics, Risikofaktoren, Netzkomplikationen, Bedeutung von Sonographie und letztlich Qualitätssicherung eröffnet. Anschließend wurden potentielle Fehler eingriffsspezifisch dargestellt, wie auch die Bedeutung des perioperativen Schmerzmanagements eörtert. Die Therapie chronischer Schmerzen war Inhalt weiterer Vorträge.

Als Abschluss der diesjährigen Salzburger Hernientage wurden interaktive mit TED-Voting geführte komplexe Hernienfälle schrittweise präsentiert und ausgiebig diskutiert. Dieses neue Format fand besonderes Interesse und wird in Hinkunft fixer Bestandteil des Kongresses sein.

Zusammenfassend darf ich mich bei allen ReferentInnen, Vorsitzenden und TeilnehmerInnen für Ihre Beiträge zum Gelingen dieses Kongresses bedanken und Sie herzlich zu den nächsten Salzburger Hernientagen am 3. und 4. Dezember 2020 einladen, sowie auf den im Vorfeld vom 30. November bis 2. Dezember stattfindenden HernieKompakt-Kurs aufmerksam machen.

Ihr

Univ.-Prof. Dr. René H. Fortelny
Kongresspräsident